Möbel zum "Schleuderpreis" [ 10.01.2010]
Fast geschenkt, aber nicht unbedingt billig
Die Prospekte der Möbelhäuser flattern momentan besonders zahlreich ins Haus - und versprechen in grellen Farben hohe Rabatte. Mit dem „größten Preissturz aller Zeiten im Winterschlussverkauf“ wirbt die österreichische Lutz-Gruppe, die Nummer drei am deutschen Markt nach Ikea und Höffner (Möbel Kraft; Möbel Walther): Ihre Mann-Mobilia-XXL-Märkte reduzieren die Preise um bis zu 77 Prozent.
Porta, die Nummer vier, gewährt auf bestimmte Marken bis zu 50 Prozent Rabatt und zudem bis zum Beginn der Kölner Möbelmesse am 19. Januar einen „Extra Messe-Rabatt“ von 10 Prozent. „35 Prozent Markenrabatt“ gibt es bei Segmüller, dem fünftgrößten Anbieter mit Sitz in Friedberg bei Augsburg. Mit solchen Angeboten versuchen die großen Handelsketten die Verbraucher in den traditionell verkaufsstarken Tagen zum Jahresbeginn in ihre Filialen zu locken.
Unter den Möbelherstellern sind die ausufernden Rabattaktionen seit langem ein Reizthema. So nimmt Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), kein Blatt vor den Mund. „Ich halte das Ganze für eine Irreführung der Verbraucher“, sagt Klaas im Gespräch mit der F.A.Z. „Wenn mit Rabatten von 60 oder 70 Prozent geworben wird, dann wird mit einer zuvor erhöhten Kalkulationsbasis gerechnet.“
Der Handel setzt also seine offiziellen Listenpreise hoch, um dann großzügig Nachlass einzuräumen. Diese Mondpreis-Praxis verunsichere die Verbraucher, klagt Klaas. Im schlechtesten Fall könnten sie sich dann gar nicht für einen Möbelkauf entscheiden.
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